Aug

6

2012

Diabetes und der Hba1c Wert

Abgelegt in Allgemein

Das Blutzuckergedächtnis Hba1c
In der Liste der sogenannten “Volkskrankheiten” steht er ganz oben: der Diabetes mellitus, kurz Diabetes oder Zuckerkrankheit genannt. Beim Diabetes ist der menschliche Körper nicht mehr in der Lage, die mit der Nahrung aufgenommenen Zuckerbausteine aus dem Blut in den Körper zu transportieren, um sie dort abzubauen. Das Hormon Insulin, welches normalerweise diese Aufgabe übernimmt, wird aus verschiedenen Gründen nicht mehr produziert und so steigt der Blutzuckerspiegel dauerhaft an.

Welche Diabetestypen gibt es?
Medizinisch werden zwei verschiedene Typen benannt, der Typ 1 und der Typ 2. Beim Typ 1-Diabetes handelt es sich um die komplette Inaktivität der insulinproduzierenden Zellen in der Bauchspeicheldrüse. Die Gründe dafür liegen in einem Zusammenspiel zwischen einer erblichen Veranlagung, Belastungen durch äußere Faktoren wie z. B. Virusinfektionen und einer Fehlsteuerung des Immunsystems. Die Insulinproduktion wird in diesem Fall irreparabel eingestellt, die Zufuhr des Hormons über Spritzen oder eine Pumpe ist unvermeidbar. Dem Patienten sei jedoch die Angst vor dieser lebenslangen Einnahme genommen, denn Insulin ist ein körpereigener Stoff und nichts, das in einen Gefahrstoffschrank wie unter labmarket.com zu sehen gehört. Dennoch kann eine Falschdosierung tödlich sein, weshalb eine sichere Aufbewahrung des Insulins wichtig ist.

Beim Typ 2-Diabetes liegt eine Störung der Insulinproduktion vor, wobei die Abgabe verlangsamt ist oder in zu geringen Mengen stattfindet. Außerdem wir die Wirksamkeit des Insulins gegenüber den Körperzellen herabgesetzt, weshalb man auch von einer Insulinresistenz spricht. Früher nannte man diese Form den “Altersdiabetes”, die oftmals bei älteren Menschen auftrat und mit Fehlernährung und Übergewicht einherging. Heutzutage betreffen genau diese Komponenten aber auch jüngere Menschen, gekoppelt mit Bewegungsmangel. Hier kann meist über Gewichtsreduktion, Bewegung und Ernährungsumstellung zunächst Einfluss auf den Krankheitsverlauf genommen werden. Insulinspritzen müssen nicht unbedingt notwendig werden.

Der Hba1c ist besonders wichtig
Jeder Diabetiker sollte regelmäßig seinen Blutzuckerwert kontrollieren. Der behandelnde Arzt, der auch die Medikation verordnet, gibt Empfehlungen über die Häufigkeit solcher Eigenkontrollen, die häufig 6 Mal am Tag stattfinden. Sie werden mit einem Tröpfchen Blut aus dem Finger oder Ohrläppchen mit einem handlichen Gerät zuhause ausgeführt. Je nachdem wie diese Kontrollen ausfallen, weiß der Patient Bescheid, was oder wie viel er essen darf oder wie viel Insulin er spritzen muss. Darüber hinaus können über Blutuntersuchungen beim Hausarzt oder Diabethologen noch andere aufschlussreiche Werte ermittelt werden, so auch der Hba1c-Wert, der etwa alle drei Monate kontrolliert werden sollte. Er wird auch als “Blutzuckergedächtnis” bezeichnet, denn er gibt Aufschluss über den durchschnittlichen Blutzucker der vergangenen ca. 60 Tage. Also, ob der Blutzucker gut oder schlecht eingestellt war über den Zeitraum.

Die Laborwerte verstehen
Der Blutfarbstoff Hämoglobin bindet bei jedem Menschen zu einem geringen Teil Zucker aus dem Blut (ca. 5%). Bei Diabetikern ist dieser Wert immer etwas höher, bleibt jedoch in einem unbedenklichen Bereich, wenn der Patient seine Ernährungsempfehlungen beherzigt und die Medikamente gewissenhaft anwendet. Der an das Hämoglobin gebundene Zucker verbleibt dort ca. 6-8 Wochen und kann über den Hba1c bestimmt werden. Insofern kann man seine Werte nicht manipulieren, indem man z. B. einige Tage vor dem Arzttermin konsequent die Anweisungen befolgt und den Rest der Zeit nachlässig war. Jeder Diabetiker sollte sich für seine persönlichen Blutwerte interessieren und sie auch verstehen. Das betrifft insbesondere die Referenzbereiche und mögliche Konsequenzen bei zu hohen oder zu niedrigen Werten. Ein Hba1c-Wert unter 6,5% ist für einen Diabetiker gut. Das bedeutet, wenn der durchschnittliche Blutzuckerwert über einen Zeitraum von 8 Wochen bei 120-150 MBG (mg/dl) liegt (diesen Wert bekommt man über die einfache Blutzuckermessung), müsste der Hba1c zwischen 6 und 7 % liegen. So kann man auch zwischen den Arztterminen schon selbst ein Auge auf den langfristigen Wert haben.

Warum ist der hohe Hba1c so gefährlich?
Mit dem Diabetes ist es wie mit vielen Stoffwechselerkrankungen: er tut zunächst nicht weh. Selbst wenn der Hba1c-Wert immer wieder bei den Quartalsuntersuchungen vom Arzt als zu hoch angemahnt wird, kann der Patient ohne Beschwerden nach Hause gehen und diesen Zustand über einen längeren Zeitraum schadlos überstehen. Das Gefährliche sind die Langzeitschäden. Ist der Blutzuckerspiegel über einen langen Zeitraum zu hoch, kommt es zu Gefäßschäden, die besonders in sensiblen Nervenbereichen wie an Herz, Hirn, Nieren und Augen zu den klassischen diabetischen Folgen führen können. Auch die Haut ist häufig betroffen, besonders bekannt durch den “diabetischen Fuß”, bei dem schlechte Durchblutung und großer Druck zu Schmerzen und Hautverfärbungen führen. Im Hinblick auf ein möglichst langes beschwerdefreies Leben sollten Diabetiker die Kontrolluntersuchungen beim Arzt wahrnehmen. Die modernen medizinischen Methoden liefern ausreichende Informationen, damit jeder Patienten eigenverantwortlich damit umgehen kann.

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